29 - Streckenführung über Zugang Am Linsenberg

Erstellt von Wolfgang am 23. April 2023 - 19:29 Uhr.

Die Streckenführung über den Zugang Am Linsenberg halte ich aus den folgenden Gründen für nicht geeignet. Für die Beantwortung meiner Fragen dazu wäre ich dankbar:
A) Die zweispurige Bundesstraße B40 (Am Linsenberg – Langenbeckstraße) ist eine hoch-frequentierte Straße, da es sich um eine Hauptausfallroute für den motorisierten Verkehr handelt. Dies wird sich auch in absehbarer Zukunft nicht verändern. Hinzu kommt, dass diese Strecke als eine wesentliche Route für Rettungsfahrzeuge von der Rettungsleitstelle des Deutschen Roten Kreuz zu Einsatzorten handelt. Eine Verwendung der beiden Spuren für die Straßenbahn halte ich deswegen als wenig geeignet.
B) Des Weiteren wird die Straße „Am Linsenberg“ stark durch Fahrradfahrer (und Rollerfahrer) befahren, und zwar in beide Richtungen (Zentrum – Uniklinik und zurück). Momentan gibt es hier nur 1 reinen Radweg zur Uniklinik. Die Fahrradfahrer auf dem Weg zurück müssen sich schon den Weg mit den Fußgängern teilen (ebenfalls stark frequentiert). Dies funktioniert schon jetzt nicht richtig - ein beträchtlicher Teil der Radfahrer zum Zentrum hin verwendet den entgegengesetzten Radweg, was zum Teil zu gefährlichen Situationen führt.
C) Personenbusse fahren bereits jetzt in beträchtlichem Ausmaß und würden auch nach dem Bau einer Straßenbahnlinie weiterhin fahren.
D) Ebenso ist ein großer Teil der Anwohner Am Linsenberg auf Parkplätze entlang dieser Straße angewiesen, die sich zwischen den Bäumen befinden.
E) Der zur Verfügung stehende Platz zwischen den Bäumen der Allee fällt in der „Langenbeckstraße“ nochmal geringer aus im Vergleich zum „Am Linsenberg“.
FRAGE zu A)B)C)D)E): Wie wollen Sie den Verkehrsfluss und die Sicherheit aller oben genannter Verkehrsteilnehmer im Bereich „Am Linsenberg – Langenbeckstraße“ gewährleisten, wenn eine Straßenbahnlinie noch hinzukommen würde? Mein Verständnis ist, dass für den Bau von neuen Linien keine Schienen mehr zum Einsatz kommen, die in die Autostraßen integriert sind, da dies zu zu hohen Belastungen durch Luft- sowie Körperschall führt.
F) Der umfangreiche and gewachsene Baumbestand an den Straßen „Am Linsenberg“ und „Langenbeckstraße“ ist essentiell für die Klimaregulierung in diesem Bereich und der anliegenden Häuser. Dies wird in den kommenden Jahren der weiteren Klimaerwärmung eine immer wichtigere Rolle spielen.
FRAGE zu F): Können Sie bestätigen, dass es nicht zu einer Abholzung dieses Baumbestandes kommen wird.
G) Die Lärmbelästigung an den Straßen „Am Linsenberg – Langenbeckstraße“ ist bereits jetzt durch das oben geschilderte Verkehrsaufkommen und die Route der Rettungswägen beträchtlich. Durch eine Straßenbahnlinie würde eine weitere hohe Belastung in Form von Luftschall (Lärm) sowie Körperschall (Vibrationen) hinzukommen. Durch den Bau der Mainzelbahn wurde z.B. an der Streckenführung „Marienborner Straße“ (Start 2016) offensichtlich, dass auch durch neue Verbauungstechniken diese Art von Anwohnerbelastungen als beträchtlich und störend für die Anwohner empfunden wird, insbesondere in nahestehenden Altbauten. Auch in den Straßen „Am Linsenberg – Langenbeckstraße“ gibt es viele Altbauten.
FRAGE zu G): Wie würde sichergestellt werden, dass nicht die gleichen Arten von Luftschall- und Körperschallbelästigungen in den Straßen „Am Linsenberg – Langenbeckstraße“ auftreten würden? Oder würde diese Art von Belastung von Ihnen zwangsläufig in Kauf genommen werden, da technisch nicht zu verhindern?

H) An welcher Stelle der Bewertung/Entscheidung für den Straßenbahnanschluss des HKV wurde der Ausbau der Straßenbahn mit dem möglichen Ausbau anderer öffentlicher Verkehrsmittel (z.B. Elektrobusse, Oberleitungsbusse, siehe https://www.next-mobility.de/der-oberleitungsbus-als-umweltgerechte-nahverkehrsloesung-a-887102/) in einer objektiven, gegenüberstellenden Kosten-Nutzen-Bewertung verglichen? Oder wird dies erst noch geschehen? Im Sinne der Transparenz und Akzeptanz aber auch aus finanzieller Sicht ist ein solcher Vergleich eine elementarer Entscheidungsgrundlage der Planung eines solchen Projektes. Bei der Infoveranstaltung am 30 März wurde dieser wichtige Punkt nicht pro-aktiv vorgestellt wurde (entweder Ergebnisse oder Planungen dazu).
FRAGE zu H): Gab es bereits eine solche vergleichende Gegenüberstellung, und wenn ja, was wurde hierfür berücksichtigt und wie war das Ergebnis? Falls nein, wann wird diese stattfinden?

Thema: An welchen Orten sollte aus Ihrer Sicht besonders Rücksicht genommen werden und warum?
Status: Nicht beantwortet
Kommentare: 4
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Nein: 10
Ja: 1

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Kommentare

Zu A: Wenn Rettungswagen die…
Erstellt von Zugspitze am 25. April 2023 - 13:32

Zu A: Wenn Rettungswagen die Straßenbahngleise benutzen, werden sie nicht mehr vom Autoverkehr behindert und kommen dadurch schneller ans Ziel.

Ich begrüße es, wenn der ÖPNV auf diesem Abschnitt gegenüber dem Autoverkehr bevorzugt wird. Die Stadt gehört schließlich nicht den Autofahrern allein. Wenn mehr Mitbürger auf den ÖPNV umsteigen, bedeutet das auch eine Entlastung des Autoverkehrs.

Zu B: Ich als Fahrradfahrer werde dankbar dafür sein, die Strecke nicht mehr hochradeln zu müssen. Sie ist nämlich sehr steil, so dass man v.a. im Sommer komplett verschwitzt oben ankommt. Außerdem ist der Bürgersteig breit genug, dass dort Fahrradfahrer neben Fußgängern fahren können. Bergauf sind sie ohnehin nur in Schrittgeschwindigkeit unterwegs.

Zu C: Personenbusse können ebenfalls auf den Gleisen fahren und kommen dadurch schneller ans Ziel, weil sie sich keine Spur mit Autos teilen müssen.
Zu D: Auf dem Abschnitt befinden sich gefühlt zehn Parkplätze, so dass auch nur zehn Anwohner davon profitieren. Von einer Straßenbahn hingegen profitiert die ganze Stadt. Da ist doch klar, was Priorität genießen sollte.

Zu G: Guter Punkt. Wenn Ihnen aber Lärm so viel ausmacht, sollten Sie nicht unbedingt an einer der meistbefahrenen Straßen in Mainz wohnen.

Zu H: Nur drei Gemeinden in ganz DE setzen Oberleitungsbusse ein. Ganz offensichtlich überwiegen bei diesem unattraktiven Verkehrsmittel die Nachteile.

Sehr gut beantwortet. Dem…
Erstellt von Daniel Meisner am 2. Mai 2023 - 8:24

Sehr gut beantwortet. Dem stimme ich absolut zu.

Kleine Ergänzung
Erstellt von Christoph Sohn am 4. Mai 2023 - 22:05

Ich will noch eine Sache ergänzen, zu A und irgendwie auch zu C: Bei der Auftaktveranstaltung wurde nur gesagt, dass die Straßenbahn überwiegend ein eigenes Gleisbett haben solle, wobei "überwiegend" mehr als 50% der Strecke bedeute. Man könnte es also tatsächlich so handhaben und die Rettungsfahrzeuge kämen dann in den meisten Fällen wahrscheinlich sogar wesentlich schneller voran, da sie sich die Spur nur mit der Straßenbahn und nicht mehr mit den PKWs teilen.

Zu dem Thema fällt mir auch ein, dass ich, wohnhaft in der Pariser Straße, oft minutenlang das Martinshorn vor meiner Tür höre, da Rettungsfahrzeuge an den Ampeln keine Möglichkeit haben, an den stehenden Autos vorbeizukommen. Ich wünschte mir, man würde für diesen ganz alltäglichen Unsinn auch eine Lösung finden, statt Rettungseinsätze immer nur als Vorwand zu benutzen, wenn es darum geht, etwas neues zu verhindern...

Wahre Worte. Absolute…
Erstellt von Daniel Meisner am 8. Mai 2023 - 9:36

Wahre Worte. Absolute Zustimmung.