Planungsstand Heiligkreuz-Viertel und Uniklinik
Wie soll die Straßenbahn künftig das Heiligkreuz-Viertel und die Uniklinik erreichen? Dazu gibt es inzwischen eine Empfehlung aus der Bürgerbeteiligung und einen Beschluss des Mainzer Stadtrats. Eine konkrete Streckenführung steht für dieses Teilprojekt aber noch nicht fest.
Der Interessenbeirat hat im Mai 2026 eine Vorzugsvariante empfohlen. Im Juni hat der Stadtrat beschlossen, dass wir und die Stadtverwaltung offene Fragen vertieft untersuchen und die Streckenoptionen weiter ausarbeiten sollen. Anders als beim Teilprojekt Innenstadt hat der Stadtrat damit noch keine Vorzugsvariante festgelegt. Erst die Ergebnisse der weiteren Untersuchungen sollen die Grundlage für eine spätere Entscheidung bilden.
Der Zeitplan im Überblick:
- März 2023 bis Mai 2026: Aktive Bürgerbeteiligung
- Mitte 2027: Abschluss Vorplanung und Beginn Entwurfsplanung
- Unbestimmt: Start Planfeststellung
- Unbestimmt: Planfeststellungsbeschluss und Baubeschluss Stadtrat
- Unbestimmt: Inbetriebnahme der neuen Strecke
Wo stehen wir heute?
Der Stadtrat unterstützt die Planung einer neuen Straßenbahnstrecke ab Hauptbahnhof West. Sie soll die Uniklinik direkt an das Straßenbahnnetz anbinden und das bestehende Netz entlasten. Die Führung entlang der Langenbeckstraße soll dabei vorrangig vertieft untersucht werden.
Auch eine Verlängerung über das Heiligkreuz-Viertel hinaus nach Weisenau und zur Frankenhöhe soll weiter betrachtet werden. Welche Strecken dort infrage kommen, ist offen. Im Bereich der Frankenhöhe prüfen wir ausdrücklich auch Möglichkeiten, die nicht über die Bodenheimer Straße und den Platz „Hewwel“ führen.
Die Karte zeigt den Untersuchungsstand nach dem Stadtratsbeschluss. Sie ist kein beschlossener Streckenverlauf: Die eingezeichneten Abschnitte und Verbindungen werden in den nächsten Planungsschritten weiter geprüft.
Im nächsten Schritt untersuchen wir unter anderem technische und genehmigungsrechtliche Fragen sowie mögliche Betriebskonzepte für Bus und Straßenbahn. Dabei betrachten wir auch die Auswirkungen auf Bäume und Grünflächen, denkmalgeschützte Bereiche, Parkmöglichkeiten sowie den Fuß- und Radverkehr. Die Ergebnisse sollen in eine weitere Vorlage für den Stadtrat einfließen. Erst danach kann der Stadtrat über eine konkrete Vorzugsvariante entscheiden.
Wie sind wir zu diesem Stand gekommen?
Der erste Schritt: Unser Untersuchungskorridor
Zu Beginn der Planung haben wir einen Untersuchungskorridor festgelegt. Er beschreibt den Raum, in dem eine neue Straßenbahnstrecke zur Anbindung des Heiligkreuz-Viertels und der Uniklinik verlaufen könnte. Innerhalb dieses Raums haben wir verschiedene mögliche Streckenabschnitte untersucht. Schon in der ersten digitalen Beteiligung konnten Bürgerinnen und Bürger Hinweise und Ideen dazu einbringen.
Der zweite Schritt: Wir erweitern den Korridor
Im Verlauf der Bürgerbeteiligung und der vertiefenden Planung wurde der Korridor leicht erweitert. Außerdem führten neue Erkenntnisse aus Workshops, Fachgutachten und den Diskussionen im Interessenbeirat dazu, dass zusätzliche Abschnitte aufgenommen und geprüft wurden.
So konnten wir den Planungsraum an entscheidenden Stellen präzisieren und neue Streckenabschnitte aufnehmen und vergleichen, die zuvor noch nicht im Fokus standen.
Der dritte Schritt: Wir verwerfen Abschnitte
Im Laufe der Planung haben wir mögliche Streckenabschnitte fachlich geprüft und miteinander verglichen. Einige verfolgen wir nicht weiter:
- Augustusstraße, Alicenstraße und Alicenplatz: Starke Steigungen, enge Kurven und aufwendige Anschlüsse an das bestehende Netz erschweren hier eine Straßenbahnführung erheblich.
- Landwehrweg, Zeppelinstraße, Carl-Benz-Straße und Hechtsheimer Straße: Die untersuchten Führungen hätten stark in Kleingartenanlagen eingegriffen. Ihr Erschließungsnutzen war im Vergleich zu anderen Möglichkeiten gering.
- Direkt durch das Heiligkreuz-Viertel: Die heutige Straßen- und Gebäudestruktur lässt dort keine geeignete Trasse zu. Hinzu käme die aufwendige Verlegung von Versorgungsleitungen.
- Hohlstraße und Am Viktorstift: Für eine Blockumfahrung hätten unter anderem Gebäude zurückgebaut werden müssen. Auch der Straßenbahnbetrieb wäre durch zusätzliche Kurven und Weichen kompliziert geworden.
- Frankenhöhe: Einzelne untersuchte Abschnitte scheiterten an zu schmalen Straßenräumen. Auch eine Variante mit großer Wendeschleife wurde verworfen, weil sie viel Fläche beansprucht und mit der geplanten Nutzung in Konflikt geraten wäre. Andere Führungen und Möglichkeiten für eine Endstelle im Bereich der Frankenhöhe werden weiter untersucht.
Damit ist eine Anbindung der Frankenhöhe weiterhin möglich. Welche Streckenführung dafür infrage kommt, untersuchen wir weiter. Die Karte zeigt, welche Abschnitte im bisherigen Planungsverlauf ausgeschieden sind.
Der vierte Schritt: Wir befragen Mainz
Für die zweite digitale Beteiligung blieben mehrere mögliche Streckenabschnitte im Untersuchungskorridor. Bürgerinnen und Bürger konnten diese auf einer Dialogkarte ansehen, bewerten und kommentieren. Die Rückmeldungen flossen in die Beratungen des Interessenbeirats ein.
Der fünfte Schritt: Der Interessenbeirat legt seine Empfehlung vor
Nach Abschluss der Beteiligung empfahl der Interessenbeirat im Mai 2026 eine Vorzugsvariante, die sich aus drei zentralen Streckenabschnitten zusammensetzt:
- Hauptbahnhof West – Am Linsenberg – Langenbeckstraße – Philippsschanze – An der Goldgrube
- Hechtsheimer Straße – Alte Mainzer Straße – Weisenauer Weg – Am Alten Wasserwerk – Bodenheimer Straße – Auf dem Hewwel – Am Kühborn bis zur Laubenheimer Höhe/K13 (südlich des geplanten Baugebiets He 130)
- Am Stiftswingert – Göttelmannstraße – Heiligkreuzweg (bis Max-Hufschmidt-Straße)
Für den Fall, dass Teile dieser Empfehlung nicht umsetzbar sein sollten, benannte der Beirat weitere Möglichkeiten in einer Rangfolge.
Wer die Beweggründe für diese Empfehlung noch besser nachvollziehen möchte und mehr Einblicke erhalten möchte, kann den Abschlussbericht des Interessenbeirats hier einsehen:
Der sechse Schritt: Der Stadtrat beauftragt weitere Prüfungen
Der Stadtrat hat die Empfehlung des Interessenbeirats und die bisherigen Untersuchungen aufgegriffen. Mit seinem Beschluss vom Juni 2026 hat er uns und die Stadtverwaltung beauftragt, insbesondere drei Streckenbereiche weiter zu untersuchen:
- Die Führung entlang der Langenbeckstraße: Sie soll vorrangig vertieft werden. Dabei klären wir insbesondere fachliche, technische und genehmigungsrechtliche Fragen.
- Die Verlängerung nach Weisenau: Wir untersuchen, welche Streckenführung dafür infrage kommt.
- Die Verlängerung zur Frankenhöhe: Auch hierfür prüfen und vergleichen wir mögliche Streckenführungen. Darunter auch Varianten, die nicht über die Bodenheimer Straße und den „Hewwel“ verlaufen.
Zusätzlich prüfen wir mögliche Betriebskonzepte für Bus und Straßenbahn: Wie können beide Verkehrsmittel künftig zusammenwirken und die betroffenen Stadtteile gut erschließen? Für die verschiedenen Streckenoptionen untersuchen wir außerdem die Auswirkungen auf den Straßenraum. Dazu gehören insbesondere Bäume und Grünflächen, denkmalgeschützte Bereiche, Parkmöglichkeiten sowie die Belange des Fuß- und Radverkehrs. Auch die Frage, wie die Straßenbahn im Verkehr möglichst weitgehend Vorrang erhalten kann, gehört dazu.
Die Ergebnisse sollen in einer weiteren Beschlussvorlage zusammengeführt und dem Stadtrat voraussichtlich 2027 vorgelegt werden. Sie bilden die Grundlage für eine spätere Entscheidung über eine Vorzugsvariante. Der Beschluss vom Juni 2026 legt noch keine konkrete Streckenführung fest. Den aktuellen Untersuchungsstand zeigt die Karte am Anfang dieser Seite.
Hast du noch Fragen? In unserem FAQ findest du weitere Antworten zum Straßenbahnausbau oder schreib uns deine Fragen an zukunft@mainzer-mobilitaet.de.
Weitere Infos zum Gesamtzeitplan für das Ausbauprojekt „M wie Zukunft – Meine Straßenbahnstadt" finden Sie unter Ablauf und Planungsprozess.